Schlepper lackieren | Schritt-für-Schritt-Anleitung

 

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Schlepper lackieren | Schritt-für-Schritt-Anleitung

Da wir viele Fragen gestellt bekommen, die das Lackieren von Schleppern betreffen, möchten wir heute zusammenfassen, wie ein perfekter Lackiervorgang aussieht. Wieviel Härter muss in die Grundierung? Warum sollte man Härterverdünnung verwenden? Welche Grundierung brauche ich für meinen Schlepper? All diese und weitere Fragen möchten wir in diesem Blogartikel beantworten.

 Wir beziehen uns hier auf die Artikel, die wir verkaufen. Diese beziehen wir fast alle von Meffert (früher Feidal, Büchner Erbedol).

 

Schritt 1: Alten Lack entfernen

Grundsätzlich stellt sich erstmal die Frage: Muss ich den alten Lack überhaupt entfernen? Nicht unbedingt. Mit Erbedol Kunstharzlack können Sie auch den alten Lack überlackieren. Hierzu muss der alte Lack allerdings angeschliffen werden, damit der neue Lack bzw. die Grundierung besser am Untergrund haftet und nicht verläuft. Außerdem ist es  in einigen Fällen möglich, dass der alte und neue Lack miteinander reagieren. Deshalb sollte stets erstmal ein Probeanstrich durchgeführt werden, um dies zu testen.

 

Ist Ihr Schlepper schon sehr alt und eventuell sogar rostig, empfehlen wir jedoch den alten Lack zu entfernen. So gehen Sie auf Nummer sicher und das Ergebnis kann sich am Ende sehen lassen! Hier gibt es nun mehrere Methoden, die alle ihre Vorteile und Nachteile haben. Zum Beispiel könnten Sie den Schlepper sandstrahlen. Hier ist es aber definitiv von Nöten die Reifen vorher abzuziehen, um eine Beschädigung durch den Sand zu vermeiden. Einige Leute schwören hingegen auf den Nadelklopfer – die Reifen können bleiben und der Lack geht vollständig ab, manchmal aber leider etwas zu viel. Das Blech könnte bei zu großem Druck beschädigt werden.

 

Jeder muss für sich die beste Methode zum Entfernen des alten Lackes finden. Wir sind überzeugt von dem Feidal Abbeizer (Abbeizer können wir vorübergehend leider nicht liefern). Der Lack geht schonend ab und dies fast von allein: draufstreichen, warten, abspachteln. Zwar muss man beim Restaurieren eines ganzen Traktors mit etwas höheren Kosten rechnen, dafür spart man sich allerdings viel Arbeit und Zeit.

 

Wie sieht der Abbeizvorgang genau aus? Berechnen sie für einen Quadratmeter 500 bis 1000 g Abbeizer (zur Info: Abbeizer hält sich ca. 2 Jahre). Achten Sie zuerst darauf, dass Sie sich ausreichend schützen. Da die Paste sehr aggressiv ist, sollten Sie entsprechende Kleidung tragen. Die Abbeizpaste wird nun satt mit einem Spachtel oder Pinsel auf der Fläche verteilt. Wieviel Sie genau benötigen, hängt von der Art und der Dicke des unteren Lackes ab. Damit sie nicht gleich zu viel Abbeizer verbrauchen, können Sie auch hier einen Probeanstrich machen. Nun sollte die Paste etwa 15 Minuten bis 2 Stunden (eben je nach Art und Dicke des Lacks) einwirken. Jetzt sollte sich der Lack vollständig vom Untergrund gelöst haben. Sollte dies nicht komplett der Fall sein, führen Sie den Vorgang an den betroffenen Stellen noch einmal durch. Nun kann der Lack entfernt und der Untergrund gereinigt werden.  

 

Falls zuvor der Rost nicht durch Abbeizen entfernt wurde, sollte zunächst der lose Rost abgebürstet werden und der etwas festere Rost mit Schleifpapier geschliffen werden. Dieses Anschleifen ist deshalb so wichtig, da der Lack so später einen griffigeren Untergrund hat und dementsprechend weniger verläuft. 

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Schritt 2: Reinigen

Je nach Material können verschiedene Reinigunsmittel genutzt werden. In unserem Sortiment finden Sie Silikon-Entferner und Zinkreiniger. Mit dem Silikon-Entferner können silikonhaltige Politurrückstände von Stahl und Eisen entfernt werden. Muss ein Untergrund aus Zink bzw. ein verzinkter Stahluntergrund gereinigt werden, empfiehlt es sich Zinkreiniger zu benutzen. Mit diesem lassen sich hervorragend Öl und Fett beseitigen. Nachdem die Fläche gereinigt wurde, sollte eine gewisse Trockenzeit eingeplant werden. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds können dann eventuell noch Löcher zugespachtelt werden, um eine glatte Ebene für den Lack zu schaffen.

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Schritt 3: Grundieren

Muss man überhaupt grundieren? Müssen tut man bekanntlich nichts, aber wer ein perfektes Ergebnis erzielen möchte, sollte grundieren! Mit einer speziellen Grundierung lässt sich zum Einen der Lack viel einfacher und gleichmäßiger auftragen und zum Anderen ist der Lack sehr viel schlagfester und wetterfester und bröckelt nicht sofort ab.

Nun gibt es so viele verschiedene Grundierungen, dass es wichtig ist, die richtige Grundierung auszuwählen. Die erste Frage, die man sich also stellen sollte, ist: wie ist mein Untergrund beschaffen? Ist viel Rost vorhanden, der nicht einfach entfernt werden kann? Hat der Untergrund viele Unebenheiten oder nicht? Aus welchem Material ist die zu lackierende Fläche?

Die verschiedenen Grundierungen, zwischen denen zu wählen ist, stellen wir hier einmal vor:

 

Grundierung für metallische Untergründe

Sie haben einen metallischen Untergrund, also zum Beispiel eine Landmaschine, ein Gerät oder eine andere Stahlkonstruktion und möchten diesen mit Erbedol Kunstharzlack lackieren? Dann empfiehlt es sich natürlich eine Grundierung zu nutzen, die auch auf Kunstharz basiert: die Büchner Kunstharz-Industrie-Schnellgrundierung. Es macht Sinn, den Lack und die Grundierung vom selben Hersteller zu wählen (Erbedol Kunstharzlack ist auch von Büchner), damit gewährleistet ist, dass der Lack nicht mit der Grundierung reagiert. Die Grundierung ist in den Farben rotbraun und graugrün erhältlich. Die Wahl der Farbe ist hierbei Geschmacksache. Wählt man eine Farbe, die dem Lack ähnlich ist, hat man den Vorteil, dass –wenn wirklich einmal ein Schaden am Lack entstehen sollte- Löcher nicht sofort auffallen. Wählt man eine vom Lack abweichende Farbe, ist es einfacher zu lackieren, da besser sichtbar ist, wo noch nicht genug lackiert wurde. Diese Kunstharzgrundierung sollte wirklich nur für metallische Untergründe genutzt werden, nicht hingegen für Nichteisen-Metalle wie Aluminium oder Kunststoff oder verzinkte Oberflächen.

 

Grundierung für rostige Untergründe

Sollte der Untergrund allerdings sehr rostig sein, ist es sinnvoller, man nutzt Rost-Stopp. In einigen Fällen lässt sich zwar loser Rost entfernen, es bleiben aber noch größere rostige Stellen, die so einfach nicht zu behandeln sind. Um diese Stellen richtig behandeln zu können, muss erst einmal klar werden, was genau Rost ist. Man kann Rost mit einer Art Pilzbefall vergleichen -  nur einfaches Überlackieren reicht nicht aus, um die Rostentwicklung zu stoppen. Deshalb nutzt man Rostumwandler bzw. Rost-Stopp um zu verhindern, dass der Rost sich weiter ausbreiten kann. Beim Auftragen der Rost-Stopp-Grundierung entsteht eine Reaktion und der Rost wird chemisch umgewandelt.

 

Grundierung für nichtmetallische Untergründe

Welche Grundierung nimmt man aber für verzinkte Oberflächen oder Untergründe wie Aluminium oder Kunststoff? Hierfür eignet sich besonders gut Erbedol Zinkhaftgrund. Zinkhaftgrund ist universell einsetzbar. Anders als die Kunstharzgrundierung lässt er sich für alle Arten von Untergründen verwenden – sowohl für metallische Untergründe als auch für nichtmetallische Untergründe. Zinkhaftgrund ist sehr dickflüssig und deshalb ein guter Füller. Sind also viele Unebenheiten im Untergrund, können sich diese mit Zinkhaftgrund gut ausbessern lassen. Zinkhaftgrund ist nicht zu verwechseln mit Zinkstaubfarbe. Zinkstaubfarbe besteht zu 90% aus Zink. Damit können Flächen komplett verzinkt werden (ebenso metallische und nichtmetallische Untergründe) -  entweder allein als Korrosionsschutz oder als Grundierung vor dem Lackieren.
 
Nachdem die richtige Grundierung gewählt ist, stellen sich noch weitere Fragen. Muss die Grundierung verdünnt werden oder nicht? Grundsätzlich nein, die Grundierung kann in ihrem Originalzustand genutzt werden. Wird die Grundierung und der Lack allerdings mit einer Spritzpistole aufgebracht, sollte beides verdünnt werden. Für die Kunstharzgrundierung eignet sich Kunstharz-Verdünnung. Wie auch beim Lack gilt hier: besser beides auf der gleichen Basis, also in diesem Fall auf Kunstharzbasis. Rost-Stopp und Zinkhaftgrund können ebenso mit maximal 5% Kunstharzverdünnung verdünnt werden.
 
Wie lange sollte man warten, bis man nach dem Grundieren den Lack aufträgt? Zwar gibt es eine ungefähre Angabe zu jeder Grundierung, wie schnell sie durchgetrocknet ist, allerdings hängt dies natürlich immer von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Besser ist es in jedem Fall, lange genug zu warten. Hier übereilig zu sein, könnte das Endergebnis beeinflussen und das ist den Zeitaufwand und das Geld nicht wert. Also lieber 1-2 Tage warten, bis man den Lack aufträgt! Aber nicht vergessen: vor dem zweiten Lackieren den Staub entfernen und wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, ruhig die Grundierung nochmal ganz leicht anschleifen! 

 

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Schritt 4: Lack anmischen

Wenn die Grundierung vollständig abgeschlossen ist, kann mit dem Lackieren begonnen werden. Wieviel Lack benötigt man? Eine Dose à 750 ml reicht für ca. 8,25 m². Dies kann natürlich variieren – je nachdem ob mehrere Anstriche gemacht werden müssen oder wie der Untergrund beschaffen ist. Generell kann man diese Faustregel aber nutzen. Möchte man zum Beispiel einen kleinen Traktor komplett neu lackieren, benötigt man hierfür ca. 3 Liter Lack (4 Dosen à 750 ml bzw. etwas mehr als eine Dose à 2500 ml).

 

Bevor man mit dem Lackieren anfängt: umrühren! Dieser Schritt darf auf keinen Fall vergessen werden. Beim Erbedol Kunstharzlack sammeln sich die dunkleren Farbpigmente am Boden der Dose. Um den richtigen Farbton zu erhalten, müssen diese aufgerührt werden und dies am besten nicht zu kurz. Der Lack kann dann in einen sauberen Behälter gegeben werden und gegebenenfalls mit Verdünnung gemischt werden. Wie schon bei der Grundierung beschrieben, muss beim Spritzen mit einer Spritzpistole in jedem Fall Verdünnung beigemischt werden. Auch hier kann Kunstharzverdünnung genutzt werden. Empfehlenswert ist aber beim Lack eher ca. 20% Härterverdünnung beizumischen. Der Härter sorgt dafür, dass der Lack schneller durchhärtet. Je schneller der Lack trocknet, desto weniger Gefahr besteht, dass durch Feuchtigkeitseinwirkung Blasen im Lack entstehen.

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Schritt 5: Lackieren

Erbedol Kunstharzlack ist sehr deckend! Also ganz wichtig: alles, was nicht lackiert werden soll: abdecken und abkleben! Aber wann und wo sollte überhaupt lackiert werden? Die perfekte Umgebungstemperatur liegt ungefähr bei 20°C. Da es natürlich nicht das ganze Jahr über 20°C warm ist und zwischendurch dennoch mal lackiert werden muss, kann man dies ein wenig umgehen. Sollte es kälter sein, empfiehlt es sich Härterverdünnung beizumischen, da mit diesem wie schon erklärt der Lack schneller trocknet. Bei Minusgraden allerdings ist selbst das abzuraten, hier empfiehlt es sich tatsächlich noch ein wenig länger zu warten. Das gleiche gilt für Regenwetter – bei zu viel Luftfeuchtigkeit läuft man Gefahr, dass der Lack aufquillt. Um dem Wetter und den Risiken zu entgehen, ist es natürlich am einfachsten, man lackiert in einer Halle, einer Garage oder in einem ähnlichen staubfreien Raum. Wir weisen hierbei aber ausdrücklich darauf hin, dass beim Lackieren in einem geschlossenen Raum Atemschutz getragen werden sollte, da der Lack Gase abgibt, die für die Atemwege gefährlich werden könnten.

 

Nachdem geklärt ist, wo und wann lackiert wird, sprechen wir nun über die Vorgangsweise und die Lackierutensilien. Nehmen Sie sich für die Lackierung genug Zeit. Es ist von Vorteil, wenn alles auf einmal lackiert wird und nicht stückweise. So kann man sicher gehen, dass am Ende alles gleichmäßig aussieht. Womit Sie lackieren, ist Geschmacksache. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Mit einem Farbroller kommen Sie nicht in jede kleinste Ecke, sind aber relativ schnell. Der Pinsel hingegen ist gut für schwer erreichbare Ecken, macht aber mehr Arbeit. Außerdem spielt die Qualität des Pinsels eine große Rolle. Schlecht verarbeitete Pinsel verlieren nach einiger Zeit oft Borsten und dies kann sehr unschön aussehen. Unser Favorit für Lackierungen ist definitiv die Farbspritzpistole (mit einer Düse von 1,3 mm bis 1,5 mm). Auch hier finden Sie verschiedene Ausführungen von günstig bis teuer – in jedem Fall kommt man mit der Farbspritzpistole aber an ein super Ergebnis! Sie ist einfach zu bedienen, lackiert gleichmäßig und das auch in der kleinsten Ecke. Da hier natürlich viel Lack in die Umgebung gesprüht wird, ist es hier unabdingbar eine Atemschutzmaske zu tragen. 

 

Der aufgetragene Lack trocknet nun vollständig durch. Die Trockung dauert bei perfekter Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit bis zu 8 Stunden. Warten Sie lieber etwas länger, wenn Sie noch nicht sicher sind. Wenn alles trocken und grifffest ist, kann entschieden werden, ob noch eine weitere Schicht Lack aufgetragen werden muss. Meist ist das bei Erbedol Kunstharzlack aber nicht der Fall.

 

Viele Kunden fragen uns: Soll nach dem Kunstharzlack noch eine Schicht Klarlack überlackiert werden? Wir raten davon ab, da der Klarlack unter Umständen den Kunstharzlack angreifen könnte. Außerdem sind unsere Erbedol Kunstharzlacke (fast, RAL 9005 gibt es auch in matt) alle seidenglänzend und so schlagfest, dass Klarlack nicht benötigt wird.

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Schritt 6: Nachbereitung

Denken Sie daran, dass Kunstharzlack nicht wasserlöslich ist. Pinsel und andere Utensilien müssen mit Verdünnung gereinigt werden, nicht mit Wasser! Hierfür reicht einfache (und günstige) Nitroverdünnung aus. Farbspritzpistolen müssen direkt nach Gebrauch mit Verdünnung gereinigt werden, damit sich der Lack nicht festsetzt und die Düsen verstopft.

Oft bleibt noch ein Rest Lack, Grundierung oder Verdünnung übrig. Es muss aber nichts weggeschmissen werden. Verschließen Sie diese einfach gut und stellen Sie sie an einen trockenen Platz. Sie können sie  noch nach langer Zeit gut verwenden, aber dann wieder daran denken: umrühren!

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Haben Sie noch weitere Fragen oder sogar Tipps, die uns dabei helfen den Leitfaden zu vervollständigen?

Dann schreiben Sie uns: info@werny.de